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Samstag 26.04.2008Heute war ein schöner sonniger Tag, den wir hauptsächlich am Strand verbrachten.
Da mir langes Herumliegen aber schnell langweilig wird, unternahm ich einen Spaziergand am Strand Richtung Süden,
also Richtung Lamai.Die Bucht, in der sich unser Hotel befindet, liegt auf halbem Weg von Chaweng nach Lamai.
Chaweng ist das touristisch am besten entwickelte Zentrum von Koh Samui mit unzähligen Hotels.
Geschäften und Restaurants, die sich entlang einer Küstenstraße aneinanderreihen. Die meisten Hotels liegen direkt am Strand,
sind aber von rechts und links eingebaut, was zu einer gewissen Beengtheit führt. Ebenfalls ist der Strand dort sehr belebt und
stark frequentiert von Händlern, die ständig versuchen, einem alles Mögliche zu verkaufen, was im Falle von frischen Ananas und Kokosnüssen
jedoch ein Vorteil sein kann ;-)Dieses Jahr haben wir uns deshalb entschieden, den etwas abgelegeneren Standort zu probieren.

Die Bucht ist tatsächlich sehr idyllisch gelegen und weit ab mit nur einigen wenigen anderen Ressorts in der Nähe, was dazu führt,
dass die Anlage viel weitläufiger ist, als viele der Hotels direkt in Chaweng. Der Strand wird an einigen Stellen von großen glattgeschliffenen Steinen gesäumt,
was sehr schön anzusehen ist und tolle Fotomotive abgibt…Auf meinem Weg Richtung Süden kamen wir an einem Ressort vorbei, dass den Eindruck machte,
als ob es kurzfristig völlig Hals über Kopf verlassen wurde.

Niemand war zu sehen weit und breit, aber der Verfallsstatus war noch nicht sehr weit fortgeschritten, es sah aus, als ob es noch vor kurzem bewohnt gewesen sein könnte…
selbst die Matten lagen noch auf den Liegen.. niemand hatte sich die Mühe gemacht, diese zu entfernen… trotzdem absolut kein Mensch in Sicht… sehr gespenstisch.
Dabei stellte ich mir die Frage, was so ein verlassenes Strandresort wohl kosten würde….?Eigentlich war die Lage super und die kleinen Beachbungalows machten einen noch sehr guten Eindruck… mit einem Trupp Gärtner und
Handwerker würde man sicher alles innerhalb kurzer Zeit wieder betriebsfertig machen können….Nun ja…Später am Nachmittag,
als die Sonne so gewandert war, dass unser kleiner villaeigener Garten und Pool nicht mehr im Schatten lag, verließ ich den Strand und legte mich lieber dort in die Sonne und dann,
als es schnell unerträglich heiß wurde, in den Pool.Gegen 20 Uhr liefen wir die Sackgasse, die zu unserem Hotel führte bis zur Hauptstraße hoch und fuhren mit einem Tuktuk
(benannt nach dem ständigen doppelten Hupen, mit dem die Sammelpickuptaxis auf sich aufmerksam machen) nach Chaweng, um den schon letztes Jahr von uns frequentierten
Schneider aufzusuchen. Wer nun meint, dass es problematisch ist, sich einem asiatischen Schneider und dem doch teilweise recht eigentümlichen Geschmack der Asiaten anzuvertrauen,
dem kann ich nur antworten, dass wir lange gesucht haben und viel angesehen und ausprobiert haben. Die Schneider auf Koh Samui sind ganz überwiegend indischer Herkunft und haben
(als ehemalige britische Kolonie) das Schneiderhandwerk oft nach britischem Vorbild erlernt.Die Qualität der Stoffe ist, wenn man die richtigen auswählt, ganz hervorragend und natürlich
deutlich billiger als in Deutschland.Oft bekommt man reines Cashmere in Sommer oder Winterqualität, was in Deutschland alleine für den Stoff einen horrenden Betrag kosten würde.

Ebenfalls ein Schnäppchen ist die wunderschöne Thaiseide.Insgesamt liegt der Preis, den wir für 4 Anzüge mit jeweils 2 Hosen für Götz und ein Kostüm aus Thaiseide für mich zahlen werden, bei ca. 1/3 von dem, was man in Deutschland bei einem guten Herrenschneider für nur einen Anzug in ähnlicher Qualität zahlen würde… nun ja, Arbeitszeit ist hier nunmal kein Kostenfaktor…Bei Vollmaßhemden in bester Qualität liegt der Preis bei 1/10 von dem, was man in Deutschland bezahlt. Da wir beide aufgrund unser „Problemfiguren“ zu dünn und zu klein bzw. zu dünn und zu groß für normale Konfektionsgrößen sind, ist es ein tolles Gefühl und ein wunderbarer Luxus, Maßkleidung zu tragen. Auch muss ich sagen, dass je älter ich werde, es desto mehr als erstrebenswert empfinde, sich individuell kleiden zu können. Dinge zu tragen, die eben nicht jeder bei H&M kaufen kann und die in 100 facher Ausfertigung an jeder Ecke zu kaufen sind, ist ein Luxus, der mir noch vor wenigen Jahren persönlich nicht besonders wichtig gewesen wäre… dabei spielt es allerdings absolut keine Rolle, ob die Sachen vom Schneider kommen oder ich sie selbst nähe…Ja, ja, Einblicke in den wachsenden Snobismus einer 33jährigen… zugegeben, es gibt Wichtigeres… zum Beispiel :- der Weltfrieden- die Wahrung der Menschenrechte in Tibet- die Umsetzung der Gleichberechtigung von Mann und Frau in Form von gleichem Lohn für gleiche Arbeit- der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten, die den wirklichen Arbeitszeiten entsprechen- WIRKSAME INSEKTENVERNICHTUNGSMITTEL!!! Womit wir bei einem sagen wir mal sehr sensiblen Thema wären… Nachdem ich die Spinne an der Wand hinter dem Fernsehschrank entdeckt hatte, entfernte ich mich zügig Richtung Badezimmer und betreute Götz mit deren Bewachung und Beseitigung.Jedenfalls zog Götz es vor, ein Rollkommando bestehend aus Handwerker, Kammerjäger und Housekeeper zu rufen, die gemeinsam zunächst erfolglos versuchten „the very big spider“ zu beseitigen.Da diese jedoch mit einer gefühlten Geschwindigkeit von 3 m/sec in einen Spalt unterhalb der eingebauten Minibar gekrabbelt war, führte erst der Einsatz von Insektengift zu einer Ergreifung bzw. Beseitigung der Spinne.Nun muss ich anmerken, dass ich trotz der beachtlichen Größe des Insekts recht ruhig geblieben bin, auch wenn ich hinterher völlig schweißgebadet dastand. Auch hat Götz’ Beschreibung der Zähne der Spinne nicht unbedingt zu meinem Wohlbefinden beigetragen, jedoch was soll ich sagen? Sie ist tot und es tut mir kein bisschen leid.Lächerlich kam ich mir natürlich gegenüber den 3 Thailändern vor, die sich wahrscheinlich auch dachten: Diese idiotischen Europäer … kommen in die Tropen und sterben dann vor Angst, wenn sie eine Spinne sehen… andererseits hat die Beseitigung der Spinne zu einem großzügigen Trinkgeld geführt, da Götz natürlich unendlich dankbar war, dass die Spinne gefunden und entfernt wurde und ich nicht panisch vor Angst im Zimmer sitze und auf ein erneutes Auftauchen warte…Zu meiner Verteidigung muss ich auch sagen, dass ich anderen Insekten gegenüber relativ entspannt bin und auch Schlangen , selbst giftige, jagen mir keine Angst ein… Spinnen sind einfach ein Sonderthema…Vor laute Schreck haben wir vergessen, die Spinne zu fotographieren… was natürlich schade ist ;-)